Weinberg

Das Rebjahr (vom 1. November bis zum 31. Oktober) wird stark vom Rhythmus der Jahreszeiten beeinflusst und von diversen Arbeiten geprägt.

Bodenbearbeitung

Nach der Weinlese werden überalterte Rebstöcke ausgerissen und der Boden bearbeitet (umgepflügt oder umgegraben), um Wurzeln und abgebrochene Stücke der ausgerissenen Reben zu entfernen. Im darauf folgenden Frühling werden die Drahtrahmen oder andere stützende Elemente angebracht und die neuen Rebstöcke gepflanzt.

Rebschnitt

Im Winter, wenn die Rebe in der vegetativen Ruhephase ist, wird sie geschnitten. Einerseits, um ihr eine Form zu geben, die ihre Kultivierung erleichtert, andererseits, um den Ertrag der künftigen Ernte zu regulieren. Wenn der Rebschnitt beendet ist, werden die abgeschnittenen Triebe gehäckselt.

Zum Ende des Winters werden bei den Reben mit langer Erziehung die Fruchtruten im 90-Grad-Winkel gebogen und am inneren Draht des Drahtrahmens befestigt.

Ausbrechen

Ende April, Anfang Mai kommt die Zeit des Ausbrechens. Bei diesem Arbeitsschritt werden die unnützen Triebe entfernt. Das Ziel ist es, den Traubenbehang zu begrenzen und das vegetative Potential zu regulieren. Zudem garantiert das Ausbrechen dank der Begrenzung der Triebe und der Wahl ihrer Ausrichtung auf dem Stock das Weiterbestehen der Rebe und die Respektierung des einmal gewählten Erziehungssystems. Lediglich sechs bis acht Triebe werden stehengelassen.

Aufbinden

Ende Mai, Anfang Juni, wenn die Triebe eine gewisse Länge (40 bis 50 cm) erreicht haben, werden diese in die Drahtrahmen eingeschlauft und befestigt. Das nennt man Aufbinden. Diese Arbeit fördert einerseits die Photosynthese und damit das allgemeine Gleichgewicht der Pflanze, andererseits erleichtert sie den Zugang zu den Rebzeilen. Zudem wird so auch die Vegetation auf dem Boden vermieden und damit die Entwicklung von Krankheiten.

Rebblüte

Während der Rebblüte (Anfang bis Mitte Juni) werden die Blüten der Rebe befruchtet; nach Ende der Blüte entwickeln sich die Fruchtansätze, aus denen schliesslich die Trauben entstehen.

Auslauben/Erlesen

Mitte Juni beginnt die Zeit des Erlesens. Dabei werden die Nebenaugen entfernt, um die Zone rund um die Trauben freizumachen. Das fördert die Reife der Beeren und vermindert dank besserer Belüftung das Risiko von Rebkrankheiten.

Oben Abnehmen/Kappen

Bei diesem Arbeitsschritt, der von Ende Juni bis kurz vor der Weinlese (Ende August, Anfang September) durchgeführt wird, werden die Spitzen der Rebtriebe gekappt. Dieses mehrmalige Beschneiden (vier bis fünf Mal) fördert die Entwicklung von neuem Blattwerk und damit eine gute Photosynthese; so wird für eine genügende Blattoberfläche gesorgt, die für die Reife der Trauben notwendig ist.

Herausschneiden von Trauben

Ab dem Moment, da sich die Trauben ausgeformt haben, also sobald sich die Fruchtansätze gebildet haben (Ende Juni, Anfang Juli), bricht – falls notwendig – die Zeit der sogenannten grünen Lese an. Dieses Herausschneiden von Trauben hat zwei präzise Ziele:

  • die Reife der übrigbleibenden Trauben zu fördern, was die Qualität der künftigen Weine verbessert,
  • das geltende Gesetz zur Mengenbegrenzung pro Quadratmeter einzuhalten.

Farbumschlag

Von Farbumschlag spricht man (ab Anfang August), wenn die Trauben ihre Farbe wechseln und anfangen, Zucker einzulagern. Die Traubenbeeren der weissen Varietäten wandeln sich von einem dunklen zu einem gelblichen, lichtdurchlässigen Grün, diejenigen der roten Traubensorten vom selben dunklen Grün zu Cassisrot.

Während der Reifeperiode (Ende August, Anfang September bis zur Weinlese) werden die Traubenbeeren grösser, ihr Zuckergehalt nimmt zu und ihre Säurewerte sinken.

Spritzungen

Während des ganzen Vegetationszyklus muss der Winzer gegen verschiedenste Rebkrankheiten und Parasiten behandeln, unter anderem gegen:

  • Pilzkrankheiten (Falscher Mehltau, Echter Mehltau, Graufäule usw.)
  • Spinnmilben
  • Traubenwickler/Sauerwurm
  • Mangelerscheinungen

Für jede Krankheit gibt es eine spezifische Behandlung, bei der Anzahl der Anwendungen, Dosen und Auswirkungen streng befolgt beziehungsweise kontrolliert werden müssen. Der Winzer befolgt das Pflichtenheft von Vitiswiss aufs sorgfältigste und wendet die Produkte, die er benötigt, gewissenhaft und umsichtig an.

Unterhalt des Bodens

Der Unterhalt des Bodens variiert je nach Bodentyp und der Fähigkeit des Terroirs, Wasserreserven zu bilden. Heute geht die Tendenz deutlich weg von den Herbiziden und hin zu einer Begrünung, die mittels zwei- oder dreimaligem Mähen während der Saison in Zaum gehalten wird.